Angelschnur wählen: monofil oder geflochten, Durchmesser und Tragkraft
Die Schnur ist die einzige Verbindung zum Fisch und gleichzeitig das am häufigsten unterschätzte Teil der Ausrüstung. Die Wahl zwischen monofil und geflochten entscheidet über Bisserkennung, Hakenlösung und Bruchverhalten.
Monofile Schnur: Dehnung als Puffer
Monofile Schnur dehnt sich je nach Material um fünfzehn bis dreißig Prozent. Diese Dehnung federt Fluchten ab und verzeiht eine zu fest eingestellte Bremse. Beim Ansitzangeln auf Karpfen, beim Posenangeln und überall dort, wo der Anschlag über kurze Distanz erfolgt, ist sie die robustere Wahl. Als Orientierung trägt eine gute monofile Schnur mit 0,22 Millimetern etwa vier bis fünf Kilogramm.
Geflochtene Schnur: direkter Kontakt ohne Spiel
Geflecht dehnt sich kaum. Jeder Grundkontakt und jeder vorsichtige Zupfer kommt in der Hand an, was beim Spinnfischen und beim Vertikalangeln entscheidend ist. Bei gleichem Durchmesser trägt Geflecht deutlich mehr: 0,10 Millimeter erreichen häufig sechs bis acht Kilogramm. Der Preis dafür ist mangelnde Abriebfestigkeit an Steinen und Muscheln, weshalb ein Fluorocarbon-Vorfach von einem bis zwei Metern sinnvoll ist.
Die Bremse muss bei Geflecht weicher eingestellt sein. Ohne Dehnung bleibt nur die Rolle als Puffer.
Durchmesser und Tragkraft: Angaben richtig lesen
Durchmesserangaben sind nicht genormt und weichen zwischen Herstellern spürbar ab. Verlässlicher ist die angegebene Tragkraft in Kilogramm, verbunden mit dem eigenen Eindruck nach der ersten Spule.
Eine praktikable Zuordnung für den Einstieg:
- Posenangeln auf Weißfisch: monofil 0,16 bis 0,20 Millimeter.
- Ansitz auf Karpfen und Schleie: monofil 0,28 bis 0,35 Millimeter.
- Spinnfischen auf Barsch: Geflecht 0,08 bis 0,10 Millimeter.
- Spinnfischen auf Hecht: Geflecht 0,12 bis 0,16 Millimeter plus Stahl- oder Hardmono-Vorfach.
Alte Schnur gehört nicht in die Natur und nicht in den Restmüll am Ufer. Viele Fachgeschäfte und Vereine sammeln Schnurreste getrennt.